Suchen ohne Google: Mehr Privatsphäre mit wenigen Klicks

Eine Suchmaschine gehört für die meisten Menschen zum Internet wie die Adresszeile zum Browser. Eine Frage eintippen, auf ein Ergebnis klicken und weitermachen – schnell, einfach und meistens zuverlässig.

Doch Suchanfragen sind nicht so belanglos, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Sie können viel darüber verraten, was uns beschäftigt: gesundheitliche Beschwerden, finanzielle Sorgen, Reisepläne, politische Interessen, berufliche Projekte oder private Probleme.

Deshalb lohnt es sich, die eigene Suchmaschine bewusst auszuwählen. Google muss dabei nicht vollständig verschwinden. Für viele alltägliche Suchen gibt es jedoch Alternativen, die deutlich weniger über ihre Nutzer wissen wollen.

Sicherer Messenger und Datenschutz für Unternehmen

Merksatz:

Google ist nicht automatisch unsicher – aber sehr datenreich

Google bietet leistungsfähige Suchfunktionen, aktuelle Ergebnisse und eine enge Verbindung zu zahlreichen anderen Diensten. Genau diese Verknüpfung ist bequem, führt aber auch dazu, dass an einer zentralen Stelle besonders viele Informationen zusammenlaufen können.

Google verwendet nach eigenen Angaben unter anderem Suchaktivitäten, besuchte Websites, verwendete Apps und damit zusammenhängende Standortinformationen, um Dienste, Empfehlungen und Werbung zu personalisieren. Die personalisierte Werbung und verschiedene Aktivitätsspeicher lassen sich in den Kontoeinstellungen einschränken oder deaktivieren.

Das bedeutet nicht, dass jede Suche automatisch einer konkreten Person zugeordnet oder für jeden denkbaren Zweck verwendet wird. Es bedeutet aber, dass das System grundsätzlich auf Personalisierung und die Verknüpfung verschiedener Dienste ausgelegt ist.

Wer diese Verknüpfung nicht benötigt, kann für viele Suchvorgänge eine zurückhaltendere Alternative verwenden.

Das eigentliche Datenschutzproblem

Nicht die einzelne Suchanfrage ist das größte Problem. Entscheidend ist die mögliche Kombination mit:

  • einem angemeldeten Benutzerkonto,
  • früheren Suchanfragen,
  • dem Standort,
  • verwendeten Geräten,
  • besuchten Websites,
  • Cookies und anderen Kennungen,
  • Aktivitäten in weiteren Diensten.
  • keine dauerhafte Speicherung persönlicher Suchverläufe,
  • keine Erstellung individueller Werbeprofile,
  • keine personalisierte Ergebnisliste auf Grundlage früherer Suchen,
  • möglichst wenige Cookies und Identifikationsmerkmale,
  • Werbung anhand des aktuellen Suchbegriffs statt anhand eines Nutzerprofils.

Wichtig:

Alternative 1: Startpage

Startpage eignet sich besonders für Menschen, die mit den Ergebnissen von Google grundsätzlich zufrieden sind, ihre Suchanfragen aber nicht direkt mit Google teilen möchten.

Nach eigenen Angaben sammelt Startpage keine personenbezogenen Informationen über seine Besucher. Erfasst werden lediglich zusammengefasste Zahlen über die Anzahl der Suchvorgänge und die verwendeten Sprachen.

Vorteile:

  • vertraute und meist sehr umfangreiche Suchergebnisse
  • keine persönlichen Suchprofile
  • keine Speicherung eines individuellen Suchverlaufs
  • Unternehmen mit Ursprung in den Niederlanden
  • zusätzliche Funktion zum anonymisierten Öffnen von Websites

Mögliche Nachteile:

  • ein Teil der Suchtechnik bleibt von anderen Suchanbietern abhängig
  • weniger personalisierte Ergebnisse
  • lokale Ergebnisse können gelegentlich weniger genau sein
  • einzelne Komfortfunktionen von Google fehlen

Geeignet für:

Menschen, die möglichst wenig an ihrem bisherigen Suchverhalten ändern möchten und weiterhin Google-ähnliche Ergebnisse bevorzugen.

Alternative 3: Brave Search

Brave Search ist interessant, wenn nicht nur die Privatsphäre, sondern auch die technische Unabhängigkeit von Google und Microsoft eine Rolle spielt.

Der Anbieter arbeitet mit einem weitgehend eigenen Suchindex. Nach seiner Datenschutzerklärung werden standardmäßig keine persönlichen Informationen über Nutzer, Geräte oder Suchanfragen erhoben, die für ein individuelles Profil verwendet werden könnten.

Vorteile:

  • weitgehend eigener Suchindex
  • keine persönlichen Suchprofile
  • unabhängig von den klassischen Suchmaschinen der großen Werbekonzerne
  • direkt in jedem Browser verwendbar
  • gute Verbindung mit dem datenschutzorientierten Brave-Browser

Mögliche Nachteile:

  • einzelne Suchergebnisse können anders sortiert oder weniger vollständig sein
  • bei lokalen deutschen Angeboten ist gelegentlich Nacharbeit erforderlich
  • zusätzliche KI-Funktionen können vom eigentlichen Ziel einer einfachen Suche ablenken.

Geeignet für:

Menschen, denen neben Datenschutz auch eine größere technische Unabhängigkeit von Google und Microsoft wichtig ist.

Möglichst vertraute Ergebnisse

Empfehlung: Startpage

Startpage ist ein guter Einstieg, wenn die Ergebnisse möglichst nah an der gewohnten Google-Suche liegen sollen.

Einfache Komplettlösung

Empfehlung: DuckDuckGo

DuckDuckGo eignet sich für Nutzer, die Suche, Browser und Schutz vor Trackern möglichst einfach miteinander verbinden möchten.

Möglichst unabhängig von Big Tech

Empfehlung: Brave Search

Brave Search ist besonders interessant, wenn ein eigener Suchindex und eine geringere Abhängigkeit von Google oder Microsoft wichtig sind.

Umweltprojekte unterstützen

Empfehlung: Ecosia

Ecosia setzt einen anderen Schwerpunkt und verbindet die Suche mit der Finanzierung von Umweltprojekten.

Der Wechsel dauert nur wenige Minuten

Sie müssen Google nicht sofort vollständig abschaffen. Ein schrittweiser Umstieg ist oft erfolgreicher.

Schritt 1: Alternative ausprobieren

Öffnen Sie Startpage, DuckDuckGo oder Brave Search und stellen Sie einige typische Suchanfragen.

Testen Sie insbesondere:

  • eine Nachrichtensuche,
  • eine lokale Suche,
  • eine Produktsuche,
  • eine technische Frage,
  • eine Bildersuche.

Schritt 2: Standardsuchmaschine ändern

Öffnen Sie in Ihrem Browser die Einstellungen und suchen Sie nach dem Bereich:

Suche, Suchmaschine oder Adressleiste und Suche

Wählen Sie anschließend den gewünschten Anbieter als Standardsuchmaschine aus.

Schritt 3: Eine Woche testen

Nutzen Sie die neue Suchmaschine sieben Tage lang konsequent. Erst danach lässt sich sinnvoll beurteilen, ob die Ergebnisse im Alltag ausreichen.

Schritt 4: Google als Reserve behalten

Falls eine spezielle Suche keine passenden Ergebnisse liefert, kann Google weiterhin gezielt verwendet werden. Digitale Unabhängigkeit bedeutet nicht, sich selbst unnötig einzuschränken.

Es geht darum, Google nicht mehr automatisch für jede noch so kleine Suche zu verwenden.